Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis: Was ist der Unterschied?
Beim Energieausweis gibt es zwei Varianten – den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Welcher für Ihr Gebäude zulässig ist, hängt von Baujahr und Größe ab. Wir erklären die Unterschiede und wann Sie wählen dürfen.
Zwei Wege zum selben Dokument
Der Energieausweis nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht die energetische Qualität eines Gebäudes vergleichbar – mit der bekannten Farbskala von Grün (A+) bis Rot (H). Wie dieser Kennwert ermittelt wird, unterscheidet die beiden zulässigen Varianten grundlegend.
- Verbrauchsausweis: Grundlage sind die tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Er bildet ab, wie viel Energie im Gebäude real verbraucht wurde – stark beeinflusst vom Heizverhalten der Bewohner.
- Bedarfsausweis: Grundlage ist eine ingenieurmäßige Berechnung von Bauteilen, Dämmung und Anlagentechnik. Er bewertet das Gebäude selbst, unabhängig davon, wer darin wohnt und wie geheizt wird.
Wann Sie frei wählen dürfen – und wann nicht
Die Wahlfreiheit regelt das GEG. Für die meisten Gebäude gilt:
- Freie Wahl besteht bei Wohngebäuden mit mindestens fünf Wohnungen.
- Freie Wahl besteht außerdem bei kleineren Wohngebäuden, deren Bauantrag ab dem 1. November 1977 gestellt wurde – oder die nachträglich mindestens auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 gebracht wurden.
- Bedarfsausweis vorgeschrieben ist hingegen bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 liegt und die diesen energetischen Standard nicht erreichen.
Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Gesetzesstand. Im Zweifel prüfen wir anhand Ihrer Gebäudedaten, welcher Ausweis zulässig ist – bevor Sie bestellen.
Welcher Ausweis passt zu Ihrem Vorhaben?
Geht es nur darum, eine gesetzliche Pflicht bei Verkauf oder Vermietung zu erfüllen, und liegen die Verbrauchsdaten vor, ist der Verbrauchsausweis meist der schnellste und günstigste Weg. Wann genau die Pflicht greift, lesen Sie in unserem Beitrag zur Energieausweis-Pflicht nach GEG.
Planen Sie ohnehin eine Sanierung oder möchten Sie belastbare Modernisierungshinweise, liefert der Bedarfsausweis die fundiertere Grundlage.
In zwei Minuten zur richtigen Variante
Sie müssen die Rechtslage nicht selbst auswerten: Unser Schnellcheck fragt die entscheidenden Punkte ab und schlägt Ihnen den passenden Ausweistyp samt Festpreis vor. Eine Übersicht aller Preise finden Sie unter Preise – Sie zahlen erst, wenn der fertige Ausweis bei Ihnen ist.